Island 2014

Tag 2

Winterreise in Island

März 2014

Tag 2

Fahrt über Þingvellir und Gullfoss zum Geysir

Halo

Wie ein Halo entsteht, erfährt man hier: →Halo

Þingvellir

„Þing“ bedeutet übersetzt Volksversammlung, „vellir“ ist der Plural des isländischen Wortes „völl“ für Feld oder Ebene. An diesem Ort (etwa 40 km östlich von Reykjavík) wurde bereits um 930, also kurz nach der ersten Besiedlung Islands, einmal im Jahr das Alþing abgehalten – eine Versammlung, auf der Gesetze beschlossen und Gericht gehalten wurde. Sie dauerte zwei Wochen und fand im Juni statt. Erst 1798 wurde das Alþing durch die Dänen aufgelöst. Wichtige Beschlüsse waren u. a. im Jahre 1000 die Annahme des Christentums und die Ausrufung der Republik Island am 17.6.1944.

Þingvellir liegt mitten in der →Grabenbruchzone des mittelatlantischen Rückens. Entsprechend unruhig ist die Erde hier, es gibt häufig Erdbeben. Dass hier Amerika und Europa auseinanderdriften, sieht man an den Felsspalten, von denen die Almannagjá die beeindruckendste ist.

Almannagjá (Allmännerschlucht); hier bauten im Mittelalter die Männer während des Þings ihre Hütten auf.
Þingvellir mit dem Vulkan Skjalbreiður. Dieser Vulkan hat seinen Namen von seiner schildartigen Form – und war namensgebend für alle Schildvulkane.

Ein Schildvulkan hat eine schildartige Form, er ist im Verhältnis zur Höhe recht breit – nämlich 10- bis 20-mal so breit wie hoch. Seine Lava ist dünnflüssig und gasarm und fließt eher ruhig ab, wobei aber auch Lavafontainen auftreten können. Da die flüssige Lava sich weit ausbreiten kann, bevor sie erstarrt, kommt es zu der weiten Ausdehnung von Schildvulkanen. Sie haben einen Böschungswinkel von nur ca. 5°

Stricklava in Þingvellir.

Stricklava ist sehr dünnflüssig und erzeugt nach ihrem Erkalten eine recht glatte Oberfläche. Die an Stricke erinnernden Muster in der Oberfläche entstehen, wenn sich beim Erkalten der Lava an ihrer Oberfläche eine Haut bildet. Unter der Haut fließt die flüssige Lava aber weiter und verschiebt und staucht die Haut zu den wulstartigen Formen.

Der Axtfluss-Wasserfall

Der Öxaráfoss (Axtfluss-Wasserfall)

Der Öxaráfoss hat seinen Namen, weil hier mal jemand eine Axt in den Fluss geworfen hat.

Eis am Axtfluss

Der namenlose Wasserfall …

… hat natürlich einen Namen, aber ich habe ihn vergessen. Was dieser wunderschöne Wasserfall nicht verdient hat.

Weitere Bilder des Wasserfalls in der →Galerie

Kammeis

Während sich Raureif bildet, wenn sich Wasser aus der Luft an der Erdoberfläche zunächst als Reif ablagert und dann durch weiteres Anlagern von Luftfeuchte die langen Nadeln des Raureifs entstehen, bildet sich Kammeis aus Wasser im Boden. In schneefreien, unbewachsenen Böden können die gebündelten Eisnadeln des Kammeises entstehen und beim Wachsen auch Erde anheben.

Gullfoss

Der Fluss Hvitá bildet den Wasserfall Gullfoss. Der Gullfoss fällt in zwei Stufen, die 11 und 21 m hoch sind und fast im rechten Winkel zueinander stehen.

Basaltrosette

Basalt bildet sich, wenn das Magma an die Erdoberfläche dringt (ab dann heißt es Lava) und dort (rasch) abkühlt. Wie die erkaltete Lava dann aussieht, hängt von den Bedingungen ab, unter denen sie erkaltet. Geht die Abkühlung vergleichsweise langsam vor sich, können sich Basaltsäulen bilden. Die oft meterlangen Säulen entstehen, weil sich die Lava während der Abkühlung zusammenzieht und sich Schrumpfungsrisse bilden. Meist ist ihr Querschnitt sechseckig. Die Säulen sind immer senkrecht zur Abkühlungsfläche gerichtet – in einem flachen Lavasee stehen die Säulen also senkrecht zwischen Boden und Oberfläche. In Höhlen können sich auch Lavarosetten bilden: Da die Abkühlungsfläche rund um die Lava liegt, zeigen die Basaltsäulen dann nach innen.

Basaltrosette an der Schlucht der Hvitá

Strokkur

im Hochtemperaturgebiet in Haukadalur von selbst an die Oberfläche. Hier gibt es mehrere heiße Quellen, darunter den berühmten Großen Geysir (der namensgebend für alle Springquellen ist, die nach ihm Geysire oder Geiser heißen) und den kleineren Strokkur. Strokkur hat allerdings den Vorteil, dass er nach wie vor sehr regelmäßig ausbricht, während der Große Geysir sich nur sehr selten dazu durchringt.
Der Name „Strokkur“ bedeutet übersetzt Butterfass, den Namen hat er wegen der zylindrischen Form des Felsschlundes. Er bricht regelmäßig im Abstand weniger Minuten aus und erreicht eine Höhe von 25 bis 30 m.

Geysir

Der Große Geysir, der große Bruder des Strokkur, war namensgebend für alle Geysire der Erde. Die Ausbrüche des Großen Geysir erreichten meist 60 m Höhe; 1845 schoss das Wasser 170 m hoch. Im Jahre 1915 hörten die Ausbrüche auf bis 1935. Nach einigen Jahren beendete der Geysir seine Aktivität wiederum. 2000 gab es ein Erdbeben, das den Geysir wieder „anschaltete“; im Juni 2000 erreichte er 122 m Höhe. Inzwischen sind die Ausbrüche nur noch bis zu 10 m hoch.

Ein Geysir entsteht dann, wenn ein (oder mehrere) unterirdisches Wasserreservoir von unten durch eine nahe Magmakammer auf über 100 °C erhitzt wird. Führt von diesem Wasserreservoir ein ausreichend weiter Kanal an die Oberfläche, passiert hier das gleiche wie in einem kochenden Topf: Das heiße Wasser steigt von unten auf, kühles sinkt ab, was dazu führt, dass die Temperatur sich im ganzen Kanal angleicht – das Wasser ist überall gleich heiß. Bei Überschreiten der Siedetemperatur bilden sich deshalb überall im Kanal Dampfblasen – das Wasser kocht und verdampft. Oben tritt dann der Dampf aus (wir haben ein Dampfquelle) oder heißes Wasser, wenn der Dampf auf dem Weg nach oben wieder abkühlt und kondensiert.
Ist dieser Kanal jedoch eng, kann keine Konvektion stattfinden und es kann sich keine einheitliche Temperatur im Kanal einstellen. Unten wird das Waser überhitzt, kann aber nicht verdampfen (obwohl es die Siedetemperatur bereits überschritten hat), weil das Wasser, das im Kanal über ihm steht, einen Druck ausübt. (Da Dampf ein sehr viel größeres Volumen hat als Wasser, ist der flüssige Zustand bei hohem Druck für das Wasser gewissermaßen der bequemere Zustand – auch physikalische Systeme weichen äußeren Drücken nach Möglichkeit aus …) Da aber die Magmakammer das Wasser von unten immer weiter erhitzt, ist das Wasser irgendwann so heiß, dass sich auch gegen den Druck Dampfblasen bilden. Diese steigen nach oben und heben einen Teil der Wassersäule im Kanal an. Das angehobene Wasser drückt dann nicht mehr nach unten, der Druck auf das Wasserreservoir sinkt also rasch, das überhitzte Wasser „ergreift die Gelegenheit“ und verdampft schlagartig – der Geysir bricht aus.

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Copyright© 2014, Wiebke Salzmann